Schruppen und Schlichten
Kurz gesagt: Schruppen räumt Material weg (großer Ø, hohe Zustellung), Schlichten macht die Form (kleiner Ø, geringere Zustellung). Wer beides mit demselben Werkzeug erledigt, bekommt das Schlechteste aus beiden Welten: langsame Jobs und kurze Standzeiten.
Warum die Kombination schneller ist
Ein großer Schrupper trägt pro Bahn ein Vielfaches ab — dafür ist er gebaut. Der Feinschlichter fährt anschließend nur noch das kleine Aufmaß ab und formt Fissuren und Ränder. Zusammen sind beide schneller als ein mittlerer „Kompromiss-Fräser", der für den Abtrag zu schwach und für Details zu grob ist.
Warum sie präziser sind
Feine Durchmesser brechen unter hoher Belastung. Muss der Ø-1,0er das Volumen wegräumen, entstehen Vibrationen und Maßabweichungen — die Passung leidet, bevor der Fräser bricht. Mit perfekter Auswahl arbeitet jedes Werkzeug in seinem Lastfenster: Der CAM-Werkzeugradius stimmt, die Oberfläche auch.
Die typische Aufteilung
- Schruppen: größter verfügbarer Ø (je nach Arbeit z. B. 4,0–3,0 mm) — Volumen abtragen, Restaufmaß stehen lassen.
- Vorschlichten: mittlerer Ø (typisch 2,0–1,0 mm) — Form anfahren, gleichmäßiges Aufmaß fürs Finish.
- Feinschlichten: feiner Ø (z. B. 0,3–0,6 mm) — Fissuren, Ränder, Details.
Typische Fehler
„Zeit sparen" durch Weglassen des Schruppers → der Schlichter bricht früh (siehe Fräserbruch). Verschlissener Schlichtfräser bleibt im Einsatz → Chipping und raue Kauflächen (siehe Standzeit). Falsche Beschichtung in der Werkzeugauswahl gemischt → Beschichtungs-Guide.
Aus der M-Tec-Fertigung, Schwelm — unsere Werkzeuggeometrien entstehen genau für diese Arbeitsteilung.