Welcher Fräser für welches Material?

Kurz gesagt: Geometrie und Beschichtung eines Dentalfräsers folgen dem Material. Wer das Material kennt, kennt das Werkzeug.

Die Grundregel: Beschichtung folgt Material

Zirkonoxid ist im Weißzustand abrasiv – hier gehören diamantbeschichtete Fräser ans Werk, die Beschichtung schützt die Schneide und verlängert die Standzeit. Weiche Werkstoffe wie PMMA, PEEK und Wachs verlangen das Gegenteil: unbeschichtete, scharf geschliffene Schneiden, die den Werkstoff sauber trennen statt zu schmieren. CoCr- und Titanlegierungen werden mit Werkzeugen der MT-/Nitrid-Beschichtungsklasse bearbeitet – Diamantbeschichtung ist hier tabu, weil der Kohlenstoff der Beschichtung mit dem Metall reagiert.

Glaskeramik ist ein Sonderfall

Lithiumdisilikat und andere Glaskeramiken werden nicht gefräst, sondern geschliffen: mit diamantierten Schleifstiften und Kühlschmierstoff. Das ist eine eigene Werkzeugklasse mit eigener Geometrie – ein Zirkonfräser ist hier das falsche Werkzeug.

Die Größenwahl: Schruppen und Schlichten

Radiusfräser gibt es typisch von 0,3 bis 2 mm Radius. Große Radien nehmen viel Material ab und sind die erste Wahl zum Schruppen; kleine Radien ab 0,3 mm arbeiten Fissuren, Ränder und Details heraus. Die meisten Arbeiten brauchen beides – deshalb sind unsere Werkzeuge in abgestuften Größen erhältlich. Torusfräser mit ihrer stabilen Schneidengeometrie sind die Spezialisten für CoCr und Titan.

Die Werkzeugtypen im Überblick

Ballfräser sind die Allrounder für Kronen- und Brückenarbeiten: Ihre kugelförmige Schneide erreicht auch tiefe Kavitäten und erzeugt gleichmäßige Oberflächen. Torusfräser kombinieren eine gerade Schneide mit einem kleinen Eckradius – ihre stabile Geometrie macht sie zur ersten Wahl in CoCr und Titan. Bohrer setzen präzise Löcher, etwa für Interimspins. Und diamantierte Schleifstifte sind die Spezialisten für Glaskeramik: Sie schleifen statt zu fräsen. Jeder Typ hat seinen Zweck – die Mischung macht das Werkzeug-Set.

Der Schaft entscheidet über die Kompatibilität

Ob ein Werkzeug in Ihre Maschine passt, entscheidet der Schaftdurchmesser: 3 mm und 6 mm sind die häufigsten, dazu kommen Sondermaße einzelner Systeme. In unseren Herstellerkategorien finden Sie nur Werkzeuge, die mit dem jeweiligen System kompatibel sind – das schließt Fehlkäufe aus. Zusätzlich steht bei jedem Werkzeug die Länge – wichtig überall dort, wo der Arbeitsraum der Maschine begrenzt ist.

Die häufigsten Fehler bei der Werkzeugwahl

Fehler Nummer eins: Diamantbeschichtung auf NEM – die Beschichtung reagiert mit dem Metall und die Schneide ist schnell ruiniert. Fehler Nummer zwei: beschichtete Werkzeuge in PMMA – hier kostet die Beschichtung Schärfe, ohne Nutzen zu bringen. Fehler Nummer drei: mit einem einzigen Werkzeug schruppen und schlichten – das kostet Standzeit und Oberflächenqualität zugleich. Alle drei Fehler lassen sich mit einer Minute Aufmerksamkeit bei der Auswahl vermeiden.

Vom Material zur Bestellung: der schnellste Weg

In unserem Shop führen zwei Wege zum Werkzeug. Wer seine Maschine kennt, wählt die Herstellerkategorie – dort liegen nur kompatible Werkzeuge, sortiert nach Material. Wer vom Material kommt, nutzt die Sammelkategorien für Zirkon, PMMA, CoCr/Titan und Glaskeramik: das komplette Sortiment systemübergreifend, mit der Systemzuordnung im Produktnamen. Beide Wege enden beim selben Werkzeug – nehmen Sie den, der zu Ihrer Frage passt.

Im Zweifel: anrufen

Material, Maschine, Arbeit – mehr brauchen wir nicht, um das passende Werkzeug zu nennen. Als Hersteller beraten wir nicht nach Katalog, sondern aus der eigenen Fertigung heraus. Telefonische Fachberatung: +49 2336 4759900.